2. Kapitel    meine ersten Tage und Ausfahrten

Endlich fuhren wir nach Hause und er belud meinen Kofferraum mit irgendwelchen unnützen Sachen in Taschen und Tüten und tankte mich endlich mal Randvoll. Es geht los sagte er und schwupp die wupp waren wir auf der Autobahn in Richtung Süden. Susi sagte wir fahren nach Flachau. Gut 10 Stunden später kamen wir an und Herrchen hat mir erstmal den Schmutz abgewaschen bevor er mich in die Tiefgarage brachte und er sein Zimmer im 4****Hotel Hartl bezog.

In den nächsten Tagen sind wir jede Menge Kurven und Pässe gefahren, tolle Landschaften, hohe Berge und zur Belohnung hat er mir immer die Mücken von der Nase gewischt und auch nach Luft und Öl geschaut. So richtig traurig war er immer nur, wenn ich wieder mal mein Lackkleid von einem Stein zerkratzt hatte. Nach 10 Tagen war ich mit 7500 KM auf dem Tacho wieder zu Hause. In den folgenden Wochen musste ich jeden Tag früh raus, Herrchen ins Büro bringen und konnte dann den ganzen Tag faulenzen. Viel zu oft ging es erst spätabends nach Hause und er hatte gar nicht mehr so viel Zeit für mich.

Deshalb beschloss ich ihm mal zu zeigen dass ich etwas mehr Aufmerksamkeit brauche...mal sehen was er dazu meint wenn ich ihn nicht mehr an sein Heißgeliebtes Telefon in der Mittelkonsole lasse....uhi hat der getobt, auf mein Fach geklopft und ständig geschrieen: Mach auf du ****zensiert*** Na dann ist mir wohl vor Schreck was verbogen, jedenfalls geht mein Mittelfach jetzt nur noch nach mehrmaligem Drücken auf ....tut mir zwar Leid aber auch der Mechaniker bei KBM konnte mir da nicht richtig helfen -schnüff...das wollt ich eigentlich nicht.

An einem Tag hat er mich wieder mit zu Joe genommen, wo ein anderer Mann, ich glaube er heißt Eric mit einer Poliermaschine wartete - iiiihhhh das hat gekitzelt, tat aber gut und anschließend gab es noch jede Menge Hartwachs aufs Blech.

Ab und an sind wir dann aber wieder einen ganzen Tag unterwegs gewesen, manchmal auf der Autobahn wo ich mal richtig laufen konnte, manchmal aber auch ganz gemütlich auf kleinen Landstraßen an Rhein oder Mosel. Dass ich von vielen Menschen auf den Parkplätzen bestaunt und angegafft werde stört mich nicht mehr, nur wenn sie Ihre Fettfinger an mein Blech oder meine Scheibe drücken, dann würde ich am liebsten laut hupen. Im September 2005 (KM 11.410) fuhren wir nach Neuwied zu KBM wo er mich in die Hände eines Meisters gab, er sollte meine Türgeräusche und auch die Fensterdichtung wieder in Ordnung bringen. Der Alte hört Sachen die gibt es gar nicht.

Nach zwei Tagen war alles vorbei und ich durfte endlich wieder Heim - allerdings ist mir dabei der Schalter für die Innenbeleuchtung aus der Mittelkonsole in den Kardantunnel gefallen und Herrchen will mich nun irgendwann mal wieder hinbringen.

URLAUB - heißt das Zauberwort bei den Menschen - Schwerstarbeit heißt es dann für mich - Mitten in der Nacht ging es nach Südtirol und in den folgenden Tagen habe ich wieder viele Kurven, Pässe und Berge gesehen, eine nette schwarze 350erin hatte es mir angetan und so opferte Herrchen sich auf einen Kaffee, damit wir beide am Parkplatz mal ungestört waren. Aber auch der schönste Urlaub geht zu Ende (ich habe in der Tiefgarage geschlafen - Herrchen wie so oft im 4**** Hotel Valserhof in Vals) und im Stau ging es langsam nach Hause.

14500 KM bin ich nun in den 12 Wochen schon gelaufen und Herrchen ist ganz zufrieden- vor allem, weil ich nicht so durstig bin, auf den Landstraßen genehmige ich mir so an die 9 Liter, auf der Autobahn dürfen es auch mal 12 sein. Weil ich Herrchen in Südtirol mal mit den Fehlern: Reifenüberwachung inaktiv, ESP ausgefallen und Tempomat nicht verfügbar geärgert habe hat er mich nach dem Urlaub am 27.9.05 zu KBM gebracht, dort sollte dann auch der verschwundene Schalter repariert werden.

Mein Freund der Mechaniker zerlegte mir den Mitteltunnel und baute das Fach aus, ich habe Todesangst, dass er mir mein Lederkleid zerkratzt oder gar beschädigt. Irgendwann kam noch ein Elektriker und fragte meinen Zentralcomputer ab der alle Fehler enthält. Ergebnis:

Kopfschütteln und Fehler in der Lenkungssteuerung - Lenkwinkelgeber defekt, aber mein Hirn ließ sich nicht löschen, so kam Herrchen umsonst nach Neuwied, man wartet noch auf Teile. Aber Freitag soll ich fertig werden und auch Herrchen hofft mich dann unbeschädigt und ohne Beule und Kratzer wieder in Empfang nehmen zu können. Die Leute hier sind sehr nett und haben mir gleich mein Lederkleid abgedeckt und passen auch auf die Türen und den Rest auf - bloß keine Kratzer- der Alte flippt sonst aus.

Herrchen hat mich frisch gewaschen abgeholt (bei IHM bekomme ich nur Handwäsche mit Neutralseife) und ist sehr zufrieden... dass ich aber seit dem Werkstattaufenthalt in Neuwied klappere liegt an dem nicht korrekten Einbau der Verkleidung zwischen den Ü-Bügeln (Plastikkorbmuttern wurden mir mit Gewalt eingesetzt ...HILFE...) - aber die neuen Befestigungen sind bald da und Joe ist so lieb und baut mich wieder ordentlich zusammen... (so einfach sind Menschen glücklich zu machen- versteh einer :-))

Also, im Moment ist alles in Butter wie Herrchen zu sagen pflegt und zur Belohnung gab´s noch mal ne Lage Wachs aufs Blech...das Lob ich mir, hab ich doch inzwischen fast 17.000 KM gelaufen und bin grade mal 3 Monate alt. Nun ist es kurz vor Weihnachten und ich habe zum ersten mal so eine kalte weiße Masse auf der Straße und auch auf dem Blech, der Alte ist sauer, weil ich mich bis zu den Scheiben voll spritze und er ständig putzen muss, aber ich kann doch nichts dafür - wenn es mir nach ginge würde ich auch lieber auf sonnigen trockenen Straßen unterwegs sein....dennoch FROHE WEIHNACHTEN

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