7. Kapitel      Ein turbulentes Jahr

Fast 4 Monate habe ich nun in meiner Garage bei fließend Strom für die Batterie verbracht. Eines Morgens ging das Licht an und die beiden weckten mich. Koffer , Taschen, alles wurde verstaut und mein tiefes Brummen weckte die Nachbarschaft. Endlich den Staub aus dem Krümmer husten, war so trocken die Luft in der Garage. Wir sind endlich wieder auf der BAB in Richtung Schweiz - endlich wieder Asphalt, die neugierigen bewunderten Blicke und den Sound der Straße. In Zürich darf ich in einer riesigen Garage schlafen, bis Frauchen und der Alte am nächsten Tag mit mir in das Appenzeller Land fahren. Bei 3 C machen die verrueckten das Dach auf - uihhh ist das kalt, aber schön. Ein wundervoller Ausflug... DANKE

Irgendwie scheint es Herrchen nicht so gut zu gehen, Blondie ist mit mir alleine nach Hause gefahren und war ganz traurig, auch Joe und all unsere Freunde haben ständig angerufen. Schön dass es Euch gibt ! Als wir endlich den Koffer in Zürich holen konnten und Herrchen wieder mit an Bord kam, war die Welt wieder in Ordnung. Zum Dank, weil ich so brav gelaufen bin bekam ich eine Frühjahrsinspektion und eine Wellnesswoche wird auch noch geplant: Frisches Wachs auf meinem Lack, hmm lecker. Mein Wellnessprogramm erstreckte sich von der Innenreinigung mit Lederpflege bis zur Politur meines silbernen Kleides. Sogar mein Unterboden wurde geputzt (das hat gekitzelt), die Auspuffrohre poliert und  meine Nase bekommt ein neues Lackkleid, die Steinschläge waren einfach zu viel.

Während der Alte die Pflege der Schwestern im Krankenhaus geniesst bekomme ich ein ganz anders Wellnessprogramm: Neue 3 teilige Schuhe in den Dimensionen 8,5 x 19 und 10,5 x 19. Der Alte und Blondie werden Augen machen wenn sie mich dann wieder abholen... auf die Gesichter freu ich mich schon jetzt, wenn sie meine rote Bremsanlage entdecken. Endlich: Der Alte ist wieder da und besucht mich mit Blondie. Stolz wie Oskar schauen die Drei auf mich: Pikobello sauber steh ich abholbereit im Hof.

Hey- da steht ein Koffer, sollte es doch weg gehen ? Susi bekommt den Befehl uns nach Hildesheim zur Automeile zu navigieren und los gehts auch schon - endlich wieder Asphalt unterm Profil. Schön mit den beiden mal wieder unterwegs sein zu können und ganz gemütlich ging es nach Hildesheim. Dort hat man mir eine eigene Bühne gemacht - stolz wie Oskar fährt mich Herrchen auch drauf.

Es ist kalt - aber dank Dauerstrom auzuhalten - nur sind die Mädels hier alle so zugeknöpft und ich habe gar nix mal zu gucken. Blondie und Herrchen passen ständig auf mich auf und das Interesse der Besucher an mir ist groß - selbst die Herren von MB finden mich wunderschön. Es wurden unheimlich viele Bilder gemacht und so hab ich mein Sonntagslächeln für die Pressefotografen und Besucher aufgesetzt.

Sonntag Abend geht es dann wieder nach Hause, Herrchen geht es nicht so gut und ich versuche jeder Bodenwelle auszuweichen - aber es war einfach schön die Saison so zu beginnen. Wieder zu Hause erwartet mich das wohlverdiente Pflegeprogramm, aber was ist das ? Der Alte kommt mit einem Fön und macht mir die Schweineöhrchen am hinteren Kotflügel heiss. Hey - das ist warm - was soll das ?

Plopp macht es und ein ziehender Schmerz geht durch die Heckschürze - ups - er hat mir die Ohren geklaut und ehrlich gesagt find ich meine Heckansicht auch schöner so.Tja - Knackarsch bleibt Knackarsch ;-) Jetzt warte ich nur noch auf meine neuen Sommerschuhe. Meine Schuhe sind da - freu, Joe montiert sie und holt jede Menge Werkzeug. Mir schwant nichts Gutes. Ohne Vorwarnung flext er mir an der Stosstange eine Nase weg, meine Angst steht mir wohl in den Scheinwerfern geschrieben.

Auf einmal wird es am Hintern warm und ich merke wie ich in die Breite gehe...Erst rechts , dann links. Als ich wieder festen Boden unter den Rädern habe bin ich sprachlos. WOooW ...so satte geile Felgen und Schuhe... genial. Auch Herrchen strahlt über alle Backen. Endlich darf ich raus. Mensch fühlen sich die Dinger gut an. Alle schauen mich an und sind sprachlos, aber die Augen von Joe und Herrchen glänzen. Mit diesen Schuhen fahr ich nochmal so gerne zur Tuning World.

Auf der Tuning World wurde ich wieder bestaunt und unendlich oft fotografiert. Auch das Fernsehen hatte Interesse und bat zum Interview. Aber egal, es war einfach traumhaft, obwohl ich nicht ganz so viele nette weibliche Fahrgestelle entdeckt habe. Weil ich so brav war gab es wieder Wellness zwischendurch von Blondie und Herrchen. Blondie und der Alte hatten auf der TWB richtig Spaß, na und das die Süsse auch auf dem Moped eine gute Figur macht sa man(n) auch.

Ganz ehrlich - die vier den ganzen Tag ist nicht zum aushalten, was war ich so froh mich Abends in meinen neuen Pyjama kuscheln zu können. Die Zeit verging im Flug und es hiess Abschied nehmen von der TWB 2008. Blondie durfte den Dodge eines anderen Tuners bis Rottweil bringen und erst dann ging es mit den beiden nach Hause. So schön es auf Messen ist, mir ist eine Ausfahrt mit den beiden aber viel lieber. Irgendwie mag ich sie.

Wir haben zur Zeit meinen Neffen, die C Klasse von Matthias Bruder, zu Besuch und Blondie beschäftigt sich viel mit dem Kleinen. Aber was ist das? Blaulicht und Männer in Roten Westen eilen zu den Beiden. Uups..der Alte wird ins Krankenhaus gefahren und Blondie weint, weil er auf Intensiv liegt. Wie gern würd ich sie jetzt trösten, aber ich komm die blöde Treppe nicht rauf. Ein paar Tage später kommt der Alte mit Blondie und meinem Neffen um die Ecke.

Schön, dass er wieder da ist. So werde ich den beiden bei sonnigem Pfingstwetter einfach mal ein paar schöne Stunden spendieren - meine Art Gute Besserung zu wünschen.

8. Kapitel