25. Kapitel   Carbon und AMG Teile

Die Winterruhe war irgendwie langweilig und endlich kam der Alte um mich zu holen. Ach tut das gut die Kolben zu strecken und wieder Krach machen zu dürfen. Unsere Fahrt führte nach Aschaffenburg wo ich Arslan bei der Inspektion ein paar versteckte Hinweise gab:

Meine Klima spinnt ab und an und irgendwie befürchte ich Zahnausfall, deshalb habe ich auch die vergangenen 7000 KM immer wieder mal still und heimlich am guten Öl genippt. War doch nur ein halber Liter. Naja, und dass der Alte einen kalten Arsch hatte musste ich Arslan nicht sagen, Herrchen beschwerte ich gleich über meine Sitzheizung. Nach vielen Messen und probieren kam die Erkenntnis: SAM Fahrerplatz vermutlich kaputt, meine Sitzheizung sowieso und das schlimmste: Herzschmerzen wegen der mangelhaften Qualität des Kettenrades. Da haben meine Erbauer am falschen Platz gespart.

Nach der Inspektion ging es nach Hause und der Alte hat ein Stinklaune. Mein Taschengeld sei aus dem Budget und er müsse erstmal eins nach dem anderen reparieren lassen. Und überhaupt, den neuen AMG Schlüssel hätte ICH ja wohl gar nicht verdient nach der Nummer. Okay, ganz so dolle wollt ich ihn nicht ärgern. Paulinchen schaute mich traurig an und fragte was los sei, ich erzählte ihr alles und gab ihr den Rat bei Ihrer Inspektion bloss nicht jedes Zipperlein der Star-Diagnose zu melden. Sie kam gut gelaunt aus der Inspektion wieder und wollte nur neue Stoßdämpfer im Laufe der Saison und die neue TÜV Plakette passt auch zu ihr: Rosa

Jetzt warten wir Beide auf gutes Wetter und ich vor allem auf meine Ersatzteile. Ey Alter, tut mir leid, aber ich bin halt kein Neuwagen....werde ja schon 10 dieses Jahr. MAN(N) muss nur mal zicken, schon klappt es mit den Teilen: Der Alte hat mir doch glatt den Schaltknauf vom C63 AMG montiert. Feines Alu und Alcantara. Da schaltet man doch gerne. Hallo Alter, und wann kommt mein Kombi und das Steuergerät?

Während er mir einen neuen Schadstoffsensor einbaut und auch das Batterieerhaltungsgerät neu verkabelt verspricht er mir das alles bis Ende April. Er legt sogar noch neue Echtcarbonleisten drauf. Und damit er die Sitzheizung und mein weiches Zahnrad nicht vergisst stelle ich mal an der Uhr rum. Oh...ich glaube das war zuviel. Die Satelliten sagen mir auch nicht wirklich die Zeit und der Alte ist stinkig. Ich glaub jetzt hab ich es übertrieben.

Nach ein paar Tagen schmollen ist der Alte dann zu Michael, schön dass wir den auch mal wieder besuchen. Dann haben die Beiden mein Kombiinstrument getauscht. Schön, dass ich jetzt die Öltemperatur und Spannung nicht mehr raten muss, sonder dem Alten auch anzeigen kann. Danach ging es in die nächste Werkstatt wo die Beiden an Michaels SLK die Überrollbügel getauscht haben. Naja und weil ich so brav draussen gewartet habe hat Michael mir meinen Frontstern mal eben schnell schwarz lackiert. Sieht gut aus Micha, Danke!

Endlich: Der MBSLK Springbreak ruft: ICH bin angemeldet und Paulinchen muss zu Hause bleiben. Obwohl ich hinten immer noch mit den Pirellis kämpfe, sie verlieren immer noch Luft, wagt sich der Alte mit Blondie und mir nach Luxemburg. Michael kommt auch noch und so starten wir bei sonnigem Wetter um die erste offene Fahrt zu geniessen. Im Hotel angekommen schnapp ich mir gleich einen Parkplatz am Eingang, ich will ja schliesslich auch sehen wer hier alles dabei ist. Am nächsten Morgen bin ich das Führungsfahrzeug der Gruppe C und Blondie navigiert uns über die abwechslungsreiche Strecke. Mit 17 silbernen SLK im Schlepp ziehen wir unsere Bahn.

Am Erlebnisbergwerk Velsen hab ich nicht aufgepasst und stoße mir auf dem unwebenen Parkplatz den Unterboden, AUA, das hat weh getan. Der Alte ist davon genausowenig begeistert wie von dem Ausfall der Fernbedienung für die Klappenanlage. Hey...mach kein Stress, ICH mach das schon. Bin schliesslich schon 10 und kann selbst entscheiden wann ich brülle und wann nicht. OK, keine gute Entscheidung, wenn ich den Blutdruck vom Alten ansehe.

Schnell ging dieser Tag vorbei und am Sonntag sind wir mit Micha zusammen die Mosel entlang. Bestes Wetter, alles gut und zum Kaffee an "unsere" Kaffeebude in Moselkern. So kanns weitergehen. Viel zu schnell ging dieses Wochenende vorbei und ich warte in der Garage auf meine Carbonteile. Endlich: Der Alte kommt mit einem Riesenpaket und reisst mir förmlich die Alublenden aus dem Armaturenbrett.

Hey, gehts auch was langsamer ? Die neuen Teile sehen schon schick aus....freu. Dann gehts zu Aslan nach Aschaffenburg um endlich mein Klimaproblem in den Griff zu bekommen. Ich bekomme ein neues SAM Fahrerplatz, danach noch ein letzter Check: Alles okay.

Bevor wir zur Krötenwanderung fahren geht es noch mal nach Elsdorf. Der Alte will mit Teresa ihren neuen schwarzen SLK holen. Eine schwarze 170er Prinzessin, so was lass ich mir natürlich nicht entgehen, zumal ich Teresa nur vom Höhrensagen kenne. Hoffentlich macht sie mit Ihrem spitzen Hintern keine Kratzer ins Leder. Bin schon neugierig, auch auf die kleine schwarze, ob sie genauso schön wie Rosemarie ist ? Aber ICH liebe nur Rosie, mein Baby und natürlich Paulinchen. Aber gucken darf ich ja mal.

Teresa ist eine ganz liebe aber ich hatte dass Gefühl sie hat Angst mit mir, obwohl ich ganz brav gefahren bin. Zur Belohnung für die Fahrt gab es sogar noch neues Klimakältemittel. Ich sag ja....Nasenbär muss zicken, dann klappt es auch mit dem Service. Es ist soweit: Früh Morgens übergebe ich meinen Garagenplatz an Micha´s A Klasse und wir fahren zusammen mit Blondie, die Kim auf dem Beifahrersitz hat zur ersten gemeinsamen Ausfahrt nach Alsfeld.

23 SLK in allen Farben stehen dort auf dem Parkplatz und als Gentleman überlasse ich Paulinchen und der schwarzen schönen von Teresa natürlich die vorderen Plätze. Zusammen mit Thomas bilden wir das Schlusslicht der Gruppe und geniessen die schöne Strecke durch den Vogelsberg. Viele Kurven kenne ich schon, aber es einfach immer wieder schön. An einer Eisdiele folgt das grosse Abschiedszeremoniell und Paulinchen und ich fahren gemütlich über die Landstraße wieder heim. Da es gleich dunkel wird ist verzichte ich auf ein sofortiges Bad und geh lieber schlafen. Der Alte ist ja zu Hause und kann mich Morgen wieder schick machen.

Ein Geburtstagsgeschenk von mir: An seinem Ehrentag fahre ich mich Micha und dem Alten zu Capristo. ICH hab ja ein Geschenk für Ihn: Eine neue Steuerung, jetzt kann er meinen Staudruck auch im Kombiinstrument ablesen und alles ganz easy einstellen ohne die Motorhaube zu öffnen. Micha und er bauen mir die neue Elektronik ganz ordendlich ein und nach ein paar Stunden funktioniert alles. Der Alte freut sich bis zu dem Moment als er merkt dass ICH ja gar nicht bezahlen kann und ER die Geldbörse öffnen muss.

Ups...da war doch was... aber egal, die Freude ist letztendlich größer als das Loch im Geldbeutel. So ärgert er sich noch nicht mal über das miese Wetter und die Polizeikontrolle im Regen. Herr Wachtmeister muss mich befingern und lässt uns aber dann doch in Ruhe. Ist ja auch alles ok und eingetragen, auch wenn ich extrem tief liege, was ihm wohl nicht so gefallen hat. Dann kam Spätnachmittag noch Besuch, die kleine schwarze Schönheit von Teresa, Thomas, Micha, Kim, alle die wir von der Krötenwanderung kannten und so haben sie bis tief in die Nacht dem Alten seinen Geburtstag gefeiert. Ich gönn es ihm und hab mich dezent in die Garage verzogen und mir den blauen A angeguckt.

Mein Bordcomputer sagt es ist Pfingsten. HALLO Alter: Pfingsten- da waren wir immer unterwegs. Er tröstet mich und sagt: Warte bis Morgen.

Sonntag früh brummt es mächtig vor meiner Garage: Micha, Teresa, Kim und Tommy kommen auf den Hof gerollt und so starten wir in Richtung Osten. Susi hat kein Ziel, wir fahren im Zickzack über kleine Straßen in Richtung Thüringer Wald und haben als 3er Kolonne so richtig Spaß. Ich bekomme wieder richtig was zu sehen und kann Kilometer fressen, Point Alpha, Trusetal, Oberhof, Schwarzatal. Es macht einfach Spaß wieder mal Kurven zu räubern.  Gegen Spätnachmittag erreichen wir Schwarzburg und nach dem Nase putzen ist erstmal Ruhe auf dem Hotelparkplatz angesagt.

Am nächsten Morgen sind wir zur Feengrotte und die sechs haben ein wenig auf Kultur gemacht bevor Teresa das Kuchenbuffet in Tommy´s Kofferraum eröffnet hat. Frisch gestärkt ging es wieder in Richtung Heimat, natürlich alles Landstraße durch Thüringen, Rhön und den Vogelsberg.

Meine neue Versiegelung der Felgen ist gut, der lästige Bremsstaub geht gant schnell wieder ab und brennt sich nicht so ein. Aber die Unterbodenwäsche von letzter Woche muss wohl fürs Event noch mal wiederholt werden: Ich hab mich bei einem Regenguss ein klein wenig eingesaut. Ausserdem muss Joe mal nach meinem Rad vorn links schauen, ab und zu stösst es an meinen Innenkotflügel wenn holprige Rechtskurven etwas zügig durchfahre. Aber das bekommt der wieder in den Griff.

26. Kapitel